Die Genusswoche
Vom 14. bis 24. September 2017
Edito, Unkategorisiert

Billige Lebensmittel kommen uns teuer zu stehen!

  • 23 August 2017

Die Klage ist so geläufig, sie wird geradezu rituell vorgebracht: „Gut essen ist teuer!“ Bei der Genusswoche und bei Slow Food kennen wir sie zur Genüge. Doch wer genauer hinschaut merkt schnell: Sie ist unbegründet.

Teuer wird es vielmehr, wenn wir die Entscheidung darüber, was auf unsere Teller kommt, der Nahrungsmittelindustrie überlassen.

Finden Sie es logisch, aus Budgetgründen schlechte, langweilige, geschmacksarme Nahrungsmittel zu schlucken, die der Gesundheit schaden?

Finden Sie es normal, dass in der Schweiz 2 Millionen Tonnen Nahrung – eine Mahlzeit pro Tag und pro Person – im Abfall landen?

Wir machen unsere Kühlschränke zu Filialen der Nahrungsmittelindustrie, weil es bequem ist, aus Defaitismus. Und dann ist uns diese Nahrung so wenig wert, dass wir 40% davon wegwerfen!

Die Einsamkeit beim Essen ist ein soziales Gift geworden, das auf die Erzeuger unserer Ernährungsgemeinschaft und auf uns Esser verheerende Auswirkungen hat.

Aber es gibt Lösungen, und sie hängen hauptsächlich von unseren persönlichen Entscheidungen ab: Wollen wir etwas Zeit aufwenden, um uns zu ernähren, oder täglich 2 bis 3 Stunden mit dem Handy oder vor dem Fernseher verbringen?

Bei der Genusswoche haben wir uns entschieden, aus den trostlosen Endlosschleifen der Nahrungsmittelindustrie auszubrechen. Wir wollen den persönlichen Kontakt mit den Bauern, den Züchtern, den Genusshandwerkern (Achtung, wir reden von Menschen, nicht von Betrieben!). Wir haben beschlossen, der Geselligkeit bei Tisch

wieder ihren zentralen Platz in unserem Leben einzuräumen. Wir wollen, das unsere Kinder von klein auf auch in der Schule, mit bio-Gemüsegärten, das Recht auf eine Geschmackserziehung haben. Wir wollen Köche, Hüter der kulinarischen Tradition, die wirklich kochen, und nicht nur Schalen aufwärmen (es lebe das „Fait maison“-Projekt der Restaurants!).

Deshalb bereiten wir für Sie eine Schweizer Genusswoche, aus Liebe zum guten Essen und für das Recht auf Genuss!

Nehmen Sie noch etwas? Dann schliessen Sie sich uns an in dieser Bewegung, die das Rennen auf Niedrigstpreise ablehnt, bei dem unsere lokalen Produzenten auf der Strecke bleiben. Besser einmal pro Woche gutes Fleisch geniessen als seelenlose Stücke unbekannter Herkunft verdrücken.

Wir danken unseren Botschaftern im Engagement für diese Werte: Neuenburg, der Schweizer Stadt der Genüsse 2017, und Claude Froté, unserem Paten 2017. Wir danken allen unseren treuen Partnern, die das Fest der Genüsse im ganzen Land erst möglich machen.

Das Magazin zum Downloaden

Josef Zisyadis

Direktor der Schweizer Genusswoche

Präsident von Slow Food Schweiz

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