Die Genusswoche
Vom 14. bis 24. September 2017
Edito

Essen ist ein landwirtschaftlicher Akt

  • 2 März 2017

Die Schweizer Genusswoche, vor 17 Jahren von passionierten Gourmets ins Leben gerufen, ist heute ein grosses Volksfest der Nahrung.

Spitzenköche in der ganzen Schweiz unterstützen sie. Sie hat authentische Produzenten um sich geschart. Sie festigt beharrlich ihre Position als nationale Plattform der „guten, sauberen und fairen“ Nahrung und weitet ihr Netzwerk durch Partnerschaften immer weiter aus.

Und wozu das ganze Fest? Weil wir uns unsere tägliche Nahrung wieder aneignen wollen. Weil die Nahrungsmittelindustrie sie uns streitig macht und wir sie aus Bequemlichkeit zu oft gewähren lassen.

Was werden wir 2030 essen? Manche haben vor, uns dann mit Function Food und Gentechnik, mit individualisierten und standardisierten Nahrungsmitteln abzuspeisen. Adieu biologische und kulinarische Vielfalt. Schluss mit dem Genuss.

Aber wir haben die Mittel, dieses gewinnorientierte, seelenlose System zu verändern. „Hunger im Süden und Junkfood im Norden“ sind nicht in unseren Genen verankert. Dieses Ernährungsmodell hat seine Grenzen erreicht.

Zum Glück haben wir die Möglichkeit, mit Pestiziden vergiftete, drittklassige Lebensmittel, mit importiertem GV-Soja vollgestopfte Tiere und die grassierende Fettleibigkeit abzulehnen.

Unsere Lösungen heissen Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung, Plattform für kurze Wege zwischen Erzeugern und Verbrauchern, Agro-Ökologie, Grüngürtel um Agglomerationen, mehr Leguminosen, Früchte und Gemüse und weniger Fleisch aus robotergesteuerter Produktion. Und vor allem: ein Nährstand mit Produzenten, die für ihre Arbeit fair bezahlt werden!

Josef Zisyadis

Direktor der Schweizer Genusswoche

Präsident von Slow Food Schweiz